27
Oktober
2008
Bayer Leverkusen – 1. FC Köln 2:0
Zum zweiten Derby dieser Saison hatte sich die Kölner Fanszene an einem Freitagnachmittag schon früh in einer bahnhofsnahen Kneipe versammelt um sich auf das Auswärtsspiel im Kölner Norden auf der anderen Rheinseite vorzubereiten. Von diesem Treffpunkt aus bewegte sich der Mob Richtung Domtreppe um dort ein Gruppenfoto zusammen mit den Stadionverbotlern machen zu können und wenig später in einem völlig überfüllten Zug gen Autobahnkreuz zu fahren. Nach Ankunft ging man geschlossen zum Stadion und musste auf diesem Weg erneut zweifelhaftes Verhalten der Polizei wahrnehmen, wodurch der Mob einige Minuten zum Stillstand kam. Wenig später erreichte man nun den Eingang des Gästebereiches der durch die Masse an Zugfahrern aus Köln sehr stark frequentiert wurde.

Auch ein kurzfristiges Schließen dieses einzigen Einganges des Gästeblocks trug nicht gerade zur Entspannung der Situation bei. Als dieses einzige Tor, welches im übrigen eine Breite von ca. einem Meter aufweisen konnte, später wieder aufgemacht wurde, war es für die noch draußen stehenden FC-Fans schon zu spät: Panik entstand und es entwickelte sich kurzerhand die Eigendynamik, den Gästebereich durch das große Fluchttor zu betreten. Unabhängig der Tatsache das wir uns bewusst sind, dass das Verhalten vereinzelter FC-Fans als durchaus diskussionswürdig erscheint, lag hier ganz klar ein Organisationsfehler seitens des Leverkusener Ordnungsdienstes vor. In dem Tumult brach sich sogar ein Mitarbeiter des mitgebrachten Kölner Ordnungsdienstes ein Bein. Bei solch einem Andrang nur einen so kleinen Eingang zur Verfügung zu stellen ist definitiv eine Farce. Dennoch erreichte man pünktlich den Gästeblock welcher durch die Umbaumaßnahmen kein Dach und somit auch keine Heizstrahler mehr aufweisen konnte.

Leider schaffte man es hier nicht, die Aggressionen welche sich aufgrund der Vorkommnisse außerhalb des Stadions aufbauten im positiven auf das Spielfeld zu übertragen: genauso wie die Heimkurve, die nur nach den beiden Toren laut wurde, hatten wir einen der eher schlechteren Auftritte in Leverkusen erlebt. Aufgrund von Materialverboten konnte man leider auch keine Fahnen und Fanutensilien im Kölner Block ausmachen. Auf dem Spielfeld sahen die knapp 3.500 mitgereisten Kölner wenig später eine zunächst überzeugende FC-Mannschaft die sich vor dem vermeintlichen Favoriten nicht versteckte. Die nötigen Torchancen blieben jedoch aus, weswegen beide Teams mit einem 0:0 in die Halbzeitpause gingen.

Im zweiten Durchgang erlebte man schließlich einen stärkeren Gastgeber der dann auch in der 68. Minute zum 0:1 einschenken konnte. Sechs Minuten vor dem Ende brachte ein Foulelfmeter die Entscheidung zum 0:2 womit man nach drei gewonnen Spielen leider wieder eine Niederlage, ausgerechnet gegen diesen Rivalen, einstecken musste. Dennoch war die Niederlage von anderer Qualität als in den Vorjahren. Die Mannschaft hat sich auch nach dem Rückstand nicht versteckt und war phasenweise ebenwürdig. Nun gilt es beim kommenden Heimspiel wieder zuzuschlagen…

Schwaadlappe Nr. 24 / Bayer Leverkusen - FC

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